Kinderspielzeug selbst bauen

Bei diesen Bauanleitungen geht es darum, mit einfachen Mitteln sehr wertvolle Spielzeuge herzustellen. Wertvoll ist hier im Sinne von nützlich zu verstehen.



Denn der Materialwert oder die eingesetzte Energie hat ja in erster Linie nichts damit zu tun, ob ein Spielzeug für das Kind wertvoll ist oder nicht. Ein Kind möchte die Welt entdecken. Dazu braucht es erst mal keine farbigen oder gar stinkenden Kunststoffe, keine Spezialschrauben, die eine besondere Sicherheit vortäuschen sollen, keine Sicherheitshinweise, die eine Verantwortung abwälzen wollen, keine Markennamen, die einen Gewöhnungseffekt erzielen sollen, keine blinkenden, dudelnden Schaltkreise und auch keine Dinge, die nur mit Gebrauchsanweisung zu benutzen sind.

  Warum wird überhaupt Spielzeug benötigt?


Schon die Frage ist eine Suggestion. Kein Mensch braucht Spielzeug um sich gesund zu entwickeln. In der Natur findet ein heranwachsendes Kind jeden Alters die passende Beschäftigung. Auch die lauernden Gefahren lernt das Kind relativ schnell einzuschätzen, weil in der Natur alles einen Sinn hat. Unser Problem ist vielmehr unsere künstliche Umgebung, der unnatürliche Raum also unsere Wohnungen. Dort gibt es viel zu viele Dinge, mit denen ein kleines Kind nicht spielen sollte. Dinge die spitz, scharf, heiß oder zerbrechlich sind. Dinge die herunterfallen können, wo man sich die Finger einklemmen kann, Dinge die in den Mund passen und giftig sind oder einfach nur schwer verdaulich, vor allem, wenn sie schon im Hals stecken bleiben.

  Ja ist denn das in der Natur nicht auch so?


Klar, nur in der Natur meiden auch die Erwachsenen diese Gefahren. In der Wohnung werden all diese gefährlichen Dinge von der Erwachsenen benutzt. Nur das Kind soll die seltsamen Gewohnheiten vorerst nicht nachmachen. Aha, wir brauchen also eine Ablenkung für das Kind. Nun am besten wir beschäftigen uns mit dem Kind, dann ist es vor den Gefahren unserer unnatürlichen Umgebung am besten geschützt. Wenn sich das Kind aber einmal alleine beschäftigen soll, dann ist ein spezielles Spielzeug schon hilfreich. Und hier sind wir genau an der Stelle, wo das Spielzeug eben nicht spitz, scharf, giftig usw. sein darf. Es darf aber auch nicht langweilig sein. Das ist nun der schwierigste Punkt.

  Was ist für das Krabbelkind interessant?


Was ist für den Einjährigen interessant, der gerade zu laufen beginnt? Was interessiert den Anderthalbjährigen, was den Zweijährigen? Der 3-Jährige wird uns sagen, was ihn interessiert.

Grundsätzlich gilt : Ein Kleinkind interessiert sich für alles, bis es das Ding von allen Seiten gesehen, betastet und abgelutscht hat. Danach wird untersucht, was man damit noch so alles machen kann. Kann ich es heben, schieben, rollen, hochkant stellen? Kann ich etwas darauf stellen? Wie klingt es, wenn ich mit der Hand drauf klatsche? Wie klingt es, wenn ich mit einem anderen Gegenstand draufhaue? Kann ich es vielleicht werfen und wie klingt das? Rollt es in eine Ecke und verschwindet vielleicht unter dem Sofa? Wie reagieren die Erwachsenen, wenn ich all das ausprobiere? Auf bestimmte Geräusche reagieren sie sofort. Zum Beispiel, wenn ich mit dem Hartholzspielzeug gegen die Weichholztür klopfe. Später reagieren sie auch auf das Spielzeug mit dem immer wiederkehrenden Sound. Und erst noch wenn ich den Eimer mit den 248 bunten Bausteinen auf dem lackierten Fußboden ausschütte und mich dann mitten hinein lege, um alles gleichmäßig zu verteilen. Auch dieses Geräusch scheinen Eltern und Großeltern noch durch Wände zu hören. Interessant, was man so alles machen kann. Nach all diesen Überlegungen werden Sie sich nun fragen, wie soll denn nun das selbstgebaute Spielzeug aussehen, um all diesen Kriterien zu entsprechen?

  So einfach wie möglich und so natürlich wie möglich,


wenn wir schon ein künstliches Spielzeug herstellen und uns nicht mit dem Angebot aus der Natur begnügen wollen.

Alles was hier beschrieben wird, wurde von Kindern getestet und für gut befunden. Es musste auch den Versuchen einer zweckentfremdeten Benutzung Stand halten. Jedes der beschriebenen Modelle hat sich wegen seiner Schlichtheit bewährt. Trotzdem gibt es keine Garantie dafür, das andere Kinder genauso begeistert davon sind, weil jedes Kind auch anders spielt. Lassen Sie sich ispirieren, diese Modelle nachzubauen oder zu verbessern. Entwickeln Sie selbst Ideen und setzen diese um. Wenn Sie noch Tipps und Anregungen brauchen oder bei der Suche nach dem geeigneten Material nicht fündig werden, melden Sie sich einfach.