Erneuerbare Energien - das Schlagwort

Wenn die Schlagzeilen mal nicht mit Krieg, Terror oder Unfällen beginnen dann wird von Erneuerbaren Energien geredet. Nur bei genauerem Hinsehen bemerkt man den Trick.



Zweifellos ist der Energiebedarf der Menschheit so hoch, dass man alleine durch dessen Deckung die Erde vernichten kann, auch ohne Kriege. Genaugenommen werden ja bei den meisten Methoden der Energiegewinnung noch immer Rohstoffe vernichtet, Abgase und Hinterlassenschaften erzeugt also kurz und gut Lebensgrundlagen der Menschen zerstört.

Nun lautet das neue Schlagwort Erneuerbare Energien. Die Politiker posaunen das Motto durch die Medien und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Leider ist das nicht so einfach, wie es sich anhört.

Nehmen wir zum Beispiel die Anfänge des Solarbooms. Eine ordentliche Einspeisevergütung sorgte dafür, dass viele Solardächer entstanden. Getreu dem Motto, wer die größten Dächer hat, vedient das meiste Geld. Einige Jahre Später gab es bereits Regionen in denen die örtlichen Stromnetze einen sonnigen Sommertag nicht mehr verkrafteten. Das waren die ersten Anzeichen einer einseitigen Förderung, am Bedarf vorbei. Nicht der tatsächliche Energiebedarf vor Ort bestimmte was gebaut wurde, sondern das Streben nach einer maximalen Einspeisevergütung.

Ähnlich sieht es beim Thema Windenergie aus. Gestützt durch die Politik entstanden vor allem große Windkraftanlagen, unabhängig vom örtlichen Bedarf und ohne Berücksichtigung entsprechender Speichermöglichkeiten. Dass die vorhandenen Stromnetze nicht in der Lage sind, den erzeugten Strom aufzunehmen, kann man mit bloßen Augen sehen. Immer wenn nebeneinanderstehende Windräder sehr unterschiedlich drehen oder ganz stillstehen dann liegt das nicht am Wind.

Jetzt kommt der Ruf nach dem Ausbau der Netze. Ja, der Ausbau der Netze ist eine wichtige Sache. Nur nicht durch Stromtrassen von Nord nach Süd ist unser Wohlstand zu retten. Dadurch wird nur der maximale Profit einiger Konzerne gesichert und die Lasten werden geschickt auf die Stromkunden verteilt. Ein zeitgemäßer Ausbau der Stromnetze muß vor allem die vielen dezentralen Stromerzeuger mit einbinden und eine Vielzahl von dezentralen Speichern integrieren.

Fast hätte ich die überdimensionierten Biogasanlagen vergessen, die so manchen Betrieb der Massentierhaltung ins grüne Licht rücken. Gülletransporte zwischen der Tierquäl-Industrie und den Biogasanlagen sind die Folge. Von dort geht es später mit den hochgezüchteten Keimen weiter auf die Felder. Hauptgrund für die Entstehung solcher Anlagen ist eine falsche Fördung. Es werden zusätzlich landwirtschaftliche Flächen verbraucht um Brennstoff statt Lebensmittel anzubauen.

Es gibt also noch eine Vielzahl von grundsätzlichen Problemen zu lösen wozu unsere Politik wohl kaum in der Lage ist.

05.01.2017 R.Schneider