Brauchen wir Stromtrassen?

Seit dem wir von einer Energiewende reden, werden auch immer wieder die Stromtrassen ins Gespräch gebracht. Die große Frage ist also, was verbirgt sich hinter diesen Trassen.



Unsere bisherige Stromversorgung wird im Wesentlichen von einer geringen Anzahl größerer Konzerne gesteuert. Diese leben davon große Kraftwerke zu betreiben in denen im wesentlichen fossile Brennstoffe vernichtet werden. Man fragt nicht nach der dauerhaften Verfügbarkeit dieser Rohstoffe solange es Kunden gibt, die den Strom bezahlen. Und die gibt es, denn die meisten Stromkunden sind von ihrem Lieferanten abhängig. Nur wenige Verbraucher erzeugen ihren eigenen Strom, was ja auch nicht so einfach ist. Es ist zwar keine Kunst auf dem Dach eines Einfamilienhauses mehr Strom zu erzeugen als von den Bewohnern verbraucht wird, doch wer kommt schon mit seinem eigenen Sonnenstrom über den Winter.

Ein gewisser regionaler Austausch wischen Stromerzeugern und Stromverbrauchern wäre sehr sinnvoll um aus dieser Notlage herauszukommen. Also werden prinzipiell Stromnetze benötigt. Diese Stromnetze gibt es auch schon. Sie sind aber nicht so organisiert, dass in erster Linie regional gehandelt wird. Ganz im Gegenteil, es werden zeitweilige Stromüberschüsse in andere Länder transportiert, zu miserablen Konditionen, anstatt am Ort der Erzeugung Reseven für schlechte Zeiten zu bilden. Sobald ein vor Ort erzeugter Überschuß im Netz landet ist er für die Region verloren, denn die Stromkonzerne haben kein Interesse daran regional zu wirtschaften..Der maximale Profit für diese Giganten entsteht wenn sie überregional handeln, wenn sie Strom für ein fünftel des Verkaufspreises einkaufen. An einer wirklichen Energiewende haben die keinerlei Interesse. Die großen Geschäfte werden auch im großen Maßstab gemacht. Da läßt sich auch billiger, schmutziger Kohlestrom teuer verkaufen. Es merkt ja keiner wo der Strom her kommt. Dafür sollen immer weitere Stromtrassen gebaut werden.

Irgendwie schafft man es auch immer wieder die Menschen für solche Wahnsinnsprojekte zu begeistern. Erst redet man von einer Freileitung. Die findet kaum jemand schön. Dann wird begründet, wie wichtig so eine Leitung wohl sei. Und dann beteiligt man die Betroffenen an der Planung. Sollte es trotzdem noch Widerstände geben, werden die Alternativen zur Freileitung herausgeholt. Eine Erdleitung ist nicht zu sehen, sie verschwindet aus den Augen aus dem Sinn. Dass trotzdem eine Schneise der Verwüstung geschlagen wird, auf der auch später kein Baum wächst, wirderst mal unter den Tisch gekehrt.

Von Risiken und Nebenwirkungen einer solchen Starkstromtrasse wird möglichst nichts erwähnt. Wäre ja auch noch schöner, wenn hier jemand Bedenken wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen haben könnte.

Egal wie lange die Vorbereitungen zu so einem Trassen-Plan dauern, zum Schluß hat man ein paar Politiker von der Wichtigkeit überzeugt, im Notfall mit baren Argumenten, und schon kann gebaut werden.

Wenn es gut gegangen ist hat die braite Mase wieder nicht gemerkt, dass die Starkstromtrasse für eine wirkliche Energiewende nicht notwendig ist. Und sollten Sie mal mit dem Kompass unterwegs sein und die Nadel dreht sich wild in alle Richtungen, dann wundern Sie sich nicht. Vielleicht ist gerade unter Ihnen ein Gleichstromkabel.

09.01.2017 R.Schneider