Fenster im Brennholz
Viele unserer Zeitgenossen sehen im Holz nur den Heizwert. Um zu demonstrieren, dass das bei mir nicht so ist, habe ich aus krummen Ästen dieses Sprossenfenster gebaut.
Das etwas mittelalterlich anmutende Fenster ziert nun den Brennholzstapel. Das gehackte Holz ist im Halbkreis um einen Nussbaum herum aufgeschichtet, wo es nun für ein paar Jahre als Windschutz und Sichtschutz dient. Als Abdeckung gegen Regen und Schnee verwende ich eine Art Brettschindeln. Diese habe ich vor einigen Jahren aus verschiedenen Holzarten gehackt und verwende sie nun regelmäßig zum Abdecken des Brennholzes.
Auf der Abdeckung liegen im Moment gerade einige Stücke von abgeschälter Pappelrinde. Da das Pappelholz mit Rinde ausgesprochen schlecht trocknet, schäle ich sie ab und lege sie einfach zum Trocknen hin. Die Rinde rollt sich dann zusammen und wird nach einigen Wochen steinhart. Ein hervorragendes Material um unterirdisch Wasser abzuleiten. Man kann die Rinde natürlich auch verbrennen, doch wenn sie vorher noch an Stelle von Kunststoffen oder Metall verwendet werden kann ist das umso besser.
Sicherlich wird sich manch einer fragen, warum ich mir so viel Arbeit mit der Verarbeitung des Brennholzes mache. Dazu gibt es folgende Antwort. Das was andere mit viel Krach und Gestank erledigen, wird bei mir soweit wie möglich leise und diskret absolviert. Abgesehen vom Einsatz der Kreissäge, der sich auf wenige Stunden jährlich beschränkt, gibt es bei der Verarbeitung des Brennholzes kaum Lärmbelästigung für Familie und Nachbarn. Der enstscheidende Unterschied ist natürlich die Lagerung des Holzes. Das Brennholz wird aktiv in die Gartengestaltung integriert und liefert so schon ein wenig Wärme für die Seele, bevor es später verbrannt wird. Flatternde Folien, Blechtafeln oder was sonst noch für die Abdeckung eines Holzhaufens dienen könnte, gibt es nicht. Schlimmstenfalls fliegt bei Sturm mal eine der Brettschindeln weg. |